Vögel beobachten


Vogelbeobachtung
Vogelbeobachtungstürme
Beim Fahren auf dem Fahrradweg oder beim Marschieren auf den Wegen entlang des Ufers auf der Strecke von Nidden bis zur Perwelk besuchen Sie sechs Vogelbeobachtungstürme, die in den malerischen Ecken der Nehrung (Bullwikscher Haken (lit. Bulvikio ragas), Ziegenhaken (lit. Ožkų ragas), Perwelker-Haken (lit. Pervalkos ragas), Pferdehaken (lit.Žirgų ragas) und in den Buchten Bullwikischer Buchten (lit. Bulvikio ragas), Buchten von Karwaiten (lit. Karvaičių įlanka)) positioniert sind.
Vogelbeobachtungstürme auf der Landkarte:
Strecken:
· Küste Preil-Perwelk, Schwarzort – Erlenhorst (lit. Alksnynė) (August, September – Migration von Wasserläufern; November – März – Seevögel)
·Entlang des Haffes Perwelk – Preil (Wasservögel während der Brut- und Migrationszeit)
Vogelbeobachtung mit Spektiv:
· Während der Brutzeit – Kollonie der Reiher und Kormorane (April – Juli)
· Migration – Parniddener Düne, Schutdüne der Küste in der Nähe der Siedlungen
· Die Beringung – Negelsches Naturreservat (lit.Naglių rezervatas) (September – Oktober), Avikalnis Bucht (lit. Avikalnio įlanka) (April – Juni, August – Oktober)
MIGRATIONSROUTEN
Es ist bereits seit Jahrhunderten bekannt, dass über die Kurische Nehrung sich eine der wichtigsten Routen der Zugvögel, die aus Osteuropa nach Süden und wieder zurückziehen, erstreckt; sie wird auch Weißmeer – Ostsee - Migrationsroute genannt. Wegen des wachsenden Interesses an den geheimnisvollen Flugrouten und zwecks der Feststellung ihrer Überwinterungs- und Brutorte, wurde im Jahr 1901 in Rossitten (lit.Rasytė) (jetzt Rybatschi (lit.Rybačyj)) eine Vogelbeobachtungsstation gegründet, die noch bis heute in Betrieb ist.
Ihre Tätigkeit umfasst die Vogelberingung und die Erfassung biometrischer Daten.
Die Vogelbeobachtung ist eine sehr beliebte Beschäftigung in der ganzen westlichen Welt unter Amateuren, die viel Zeit in der Natur verbringen und sich an ihre Erscheinungen erfreuen.
Einer der Bereiche der Vogelbeobachtung ist die Erkennung von migrierenden Vögeln und die Feststellung ihrer Zahl. Dazu sollte man die Vögel gut an ihrem äußeren Erscheinungsbild und am Vogelgesang erkennen können. Viele Zugvögel können nur an ihren Lauten erkannt werden. Dazu braucht man aber auch gute optische Geräte: Ferngläser, Teleskope, digitale Kameras, auch eine moderne Anleitung, d.h., ein Buch über die Vögel.
Der Ort der Migrationsbeobachtung
Am bequemsten ist es die Migration von den hohen Hügeln oder von den Dünen, von den Vogelbeobachtungstürmen aus oder in einer offenen Lichtung, am Strand oder auf den breiten Feldern zu beobachten. Um selbst die stillsten Stimmen von vorbeifliegenden kleinen Vögeln hören zu können sollten keine Nebengeräusche und andere Hindernisse die Beobachtung stören. Aber der wichtigste Aspekt ist, dass der Beobachtungsort auf der Route der Vogelmigration sein soll.
Die Kurische Nehrung entspricht all diesen Anforderungen, die an die Vogelbeobachtung gestellt werden.
In letzter Zeit dient für diesen Zweck am besten die beliebte, höchste Düne Perniddener in der Nähe von Nidden, die von den ausländischen Ornithologen auch die „Düne der Sonnenuhr“ genannt wird. Im Frühling erreichen die ersten Zugvögel Litauen schon Anfang März und die letzten Migranten kehren in ihre Brutgebiete im Norden erst Ende Mai zurück. Noch mehr Vögel als im Frühling kann man während der Herbstmigration vom August bis November beobachten. Zu dieser Zeit schließen sich zu den Vogelbeständen, die in Überwinterungsorte fliegen, auch die im Sommer geschlüpften Jungvögel an. In Nord- und Mitteleuropa gibt es sehr wenige Orte, wo so viele Zugvögel wie in der Kurischen Nehrung zu sehen sind. Die enge Nehrung versammelt die Zugvögel über dieses kleine Stück Land und gewährt den Beobachtern die Möglichkeit, ihren ganzen Artenreichtum zu sehen.
Hier wurden zahlreiche Vogelarten erfasst, von denen ein Teil zum Brüten sogar in den fernen Norden oder zur Überwinterung nach Afrika fliegt.
Ein weiterer wichtiger Vorteil der Vogelbeobachtung in Nidden ist, dass in der Nähe Unterkunfts- und Verpflegungsdienstleistungen zu günstigen, nicht die Hauptsaison betreffende Preisen angeboten. Dazu kommt noch die Möglichkeit, die Beobachtungsorte auf der Parniddener Düne und am Strand bequem mit dem Auto zu erreichen, da für die Vogelbeobachtung schwere und empfindsame Beobachtungsgeräte mitzubringen sind. Bei Änderung der Wetterbedingungen können die Beobachter auch schnell einen Zufluchtsort finden.
Die Vielfalt von Zugvögel
Während der aktiven Herbstmigration kann man an einem Tag bis zu einer halben Million Vögel sehen, die nach Süden ziehen. Es werden stets zehntausend verschiedene Zugvögel wie Buchfinken, Maisen, Baumpieper, Stare, Lerchen, Zeisige, Schwalben, Drosseln, Holztauben beobachtet.
Man kann täglich bis zu tausend Raubvögel zählen, auch Gänse-, Enten- und Schwanenbestände ziehen in die Ferne. Am frühen Frühling zählen zu den typischen Tages-Migranten Kraniche, Kiebitze, Brachvögel, Bussarde und kleine Singvögel. Vogelbeobachter erfreuen sich immer besonders an seltenen Vogelarten. Die Kurische Nehrung ist der Ort, an dem sogar solch seltene Vögel wie Wanderfalke, Rotfußfalke, Rotmilan oder Rosenstar zu sehen sind.
Text: Krister Castren