Noch 1809 schrieb der deutsche Wissenschaftler und damalige preußische Bildungsminister Wilhelm von Humboldt, folgendes: „Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll.“
Das charakteristischste und spektakulärste Element der Nehrung sind die Dünen. Der Wert der Einzigartigkeit der Kurischen Nehrung liegt jedoch nicht in ihren einzelnen Komponenten, sondern in der einzigartigen Kombination, Koexistenz und Interaktion dieser Komponenten.
Geographische Lage
Die Kurische Nehrung ist eine schmale Halbinsel mit Sanddünen, die die Kurische Lagune von der Ostsee trennt. Dieses Gebiet hieß früher Kopos, Randavos, Pajūriai und in Žemaičiai (Samogitien) war dieses Gebiet hauptsächlich als Užmaris bekannt. Die Natur der Kurischen Nehrung ist sehr zerbrechlich und erfordert ständige aufmerksame Beobachtung und Pflege.
Der nördliche und größte Teil der Kurischen Nehrung gehört zur Republik Litauen (die nördliche Grenze gehört zur Stadt Klaipėda (0,8 Tausend ha) und der Rest (etwa 25,6 Tausend ha) gehört zur Gemeinde Neringa. Der andere Teil, zu dem Pilkopos (Morskaya), Rasytė (Ribachi), Šarkuva (Lesnaya) und einige andere kleinere Siedlungen gehören, gehört zum Kaliningrader Gebiet der Russischen Föderation. Im Süden (in der Nähe von Selenogradsk) schließt sich die Kurische Nehrung an die Halbinsel Semba (Samland) an.
• Fläche der Kurischen Nehrung - 180 km2.
• Länge der Kurischen Nehrung - 98 km, litauischer Teil - 52 km.
• Strandbreite - 10-50 m.
• Der breiteste Punkt befindet sich am Bulvikis Horn (4 km nordöstlich von Nida) - 3,8 km.
• Die engste Stelle befindet sich in der Siedlung Šarkuva im Kaliningrader Gebiet der Russischen Föderation - 380 m.
• Wälder bedecken 6852 ha der Fläche (70% des Landes).
Im Jahr 1961 hat man die Siedlungen des litauischen Teils der Kurischen Nehrung - Alksnynė, Juodkrantė, Pervalka, Preila und Nida – zu einer Stadt Neringa aggregiert. In Neringa leben derzeit etwa 2.600 Einwohner.
Neringa-Marke
Das heutige Zeichen von Neringa ist die Fortsetzung der alten und aktuellen Neringa-Symbole. Es enthält die Hauptsymbole von Neringa - die historischen Kurenwimpel der Kurenkahne, die die Siedlungen bezeichnen, aus denen die Kurische Nehrung entstand oder früher gebildet wurde: Nida, Nidos purvynė Marine, Juodkrantė, Preila, Pervalka. Karvaičiai-Dorf (Karwaiten), welches vom Dünensand verweht und untergegangen ist, und andere Dörfer sind durch eine leere Lücke zwischen den Kurenwimpel gekennzeichnet.
Das Zeichen in seiner Form erinnert an die Düne - ein integrales Symbol für Neringa. Wenn Sie hier mit Ihrem Blick ein wenig verweilen, können Sie auch ein weibliches Profil sehen. Das weibliche Profil, das ein einzigartiges Persönlichkeitssymbol verleiht, repräsentiert die Qualitäten, die durch die Gesellschaft meist nur Frauen zugeordnet werden: Fürsorge, Zärtlichkeit, Stolz, Entschlossenheit und eine enge Verbindung zur Natur. Die Frau spielt eine Hauptrolle in der Entstehungssage von Neringa über die Riesin, die Neringa hieß, die viel Sand in ihre Schürze nahm und die Kurische Nehrung damit überzog.
Dieses Symbol zeigt Neringa als eine einladende und einzigartige Stadt, die eng mit der Natur verbunden ist und sich um die Besucher kümmert.
Das Motto des Slogans basiert auf der reichen Vergangenheit von Neringa, deren Geheimnisse mit dem Sand der Kurischen Nehrung bedeckt und somit versteckt werden. Dieser mysteriöse Slogan fasziniert, lädt Sie ein, mehr über dieses legendäre Land zu erfahren.
Neringa Wappen
Das Wappenschild von Neringa ist in 6 schwarze und silberne (weiße) Felder unterteilt. Rechteckige Felder symbolisieren die Kurenwimpel von Nida, die Dreiecke - Kurenwimpel von Preila, Raute – Kurenwimpel von Nida Purvynė, Silberfeld – von Karvaičiai und von anderen Dörfern, die vom Sand verweht wurden, Kreuz - Kurenwimpel von Juodkrantė, Rechteck – die historischen Kurenwimpel der Kuhrenkahne in Pervalka-Dörfern. An dem blauen Fuß des Wappens findet sich in silberner Farbe der Buchstabe „N“, der die Stadt Neringa symbolisiert. Das Wappen wurde 1967-1968 vom Künstler Arūnas Tarabilda erstellt. Es zeigt die Kurenwimpel der Fischerboote aus den Dörfern der Kurischen Nehrung, die als Kuhrenkahne bekannt sind. Diese traten auf den ortstypischen Fischerbooten in Erscheinung als die Überwachung und Kontrolle des Fischfangs im preußischen Königreich des 19. Jahrhunderts zunahm.
Nationalpark der Kurischen Nehrung
Die Kurische Nehrung ist eine 97 km Landgrenze zwischen der Ostsee und der Kurischen Lagune, die vor mehr als 5000 Jahren durch Meereswellen und Strömungen, Sand und Wind gebildet wurde. Der Kampf zwischen Meer, Sand, Wind und Wald war jahrhundertelang sehr unbeständig, und die Menschen, die dort lebten, waren diesem steten Wechsel unterworfen. Aber gerade die Konfrontation zwischen dem Sand und der zerrissenen Vegetation bildete schließlich die Kurische Nehrung wie wir sie heute kennen. Im Jahr 1991 wurde hier der Nationalpark der Kurischen Nehrung gegründet. Zu der außergewöhnlichen Landschaft der Kurischen Nehrung gehören vor allem die abfallenden Sanddünen. Die Flora des Nationalparks der Kurischen Nehrung besteht aus etwa 900 Pflanzenarten (von denen 31 in der Litauischen Roten Liste der gefährdeten Arten verzeichnet sind), es gibt etwa 40 Säugetierarten und sogar etwa 300 Vogelarten (der Wanderweg der Zugvögel über das Weiße Meer - der Ostsee - führt durch die Kurische Nehrung). Vögel wie der Specht, Amseln, Lerchen, Fliegenschnäpper leben hier ganzjährig. Zweifellos die spektakulärsten Vögel sind die Graureiher, Seeadler und die großen Kormorane.
Internationale Anerkennung
Die Kurische Nehrung ist gelistet als UNESCO-Weltkulturerbe
Ende des Jahres 2000 wurde die gesamte Kurische Nehrung als Kulturlandschaft in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Diese Anerkennung ist die beste Wertschätzung für die Arbeiten und Pflege zur Erhaltung dieses kulturellen Erbes sowie den vielfältigen Bemühungen rund um Naturschutz und nachhaltige Infrastruktur auf der Kurischen Nehrung. Jetzt ist die Kurische Nehrung anderen über die Welt gestreuten Nationalparks, welche zuvor bereits in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden sind, wie Iguazu (Argentinien), Cakadu (Australien), Kaziranga (Indien), Tongariro (Neuseeland) etc., gleichgestellt.
Strände mit blauer Flagge
Die international anerkannten Strände von Neringa, die seit 2002 (vor allem Nida-Strände) mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden, sind eine Anerkennung dafür, dass der Strand hohe Anforderungen an die Umwelt- und Servicequalität erfüllt. Sauberes Badegewässer am Strand, professionelle Rettungskräfte, medizinisches Personal und Erste Hilfe, um die Sicherheit der Urlauber zu gewährleisten, das alles bieten die Strände in Neringa. Die Strände werden täglich gereinigt und gepflegt. Die Infrastruktur am Strand ist barrierefrei. Trinkwasserbrunnen sind eins der Hauptmerkmale des Programms Blaue Flagge. All dies finden Sie an den Stränden mit der Blauen Flagge der Gemeinde Neringa!
Geschichte
Vorgeschichte des Landes
Der Ursprung des Namens der Kurischen Nehrung (neria curoniensis) steht im Zusammenhang mit den Kuren, dem westlichen Ostseestamm, der an der heutigen lettischen Küste und südlich in Richtung Klaipėda (Memelland) lebte. Der Mensch hat dieses Land schon in der Steinzeit (IV Jahrtausend v. Chr.) besiedelt. Ungefähr zur gleichen Zeit setzte die Semba-Halbinsel (Samland), die vom Meereswellen allmählich zerstört wurde, die Bernsteinschicht frei und seitdem ist dieses wunderbare Mineral ein wichtiges Element der häuslichen Dekoration der Bewohner der Kurischen Nehrung geworden.
13. Jahrhundert bis zur Nachkriegszeit
Ein konkreteres Bild von der Entwicklung der Kurischen Nehrung können wir uns erst ab dem 13. Jahrhundert machen, als der deutsche Orden dieses Gebiet eroberte und begann, Ereignisse im Zusammenhang mit der Bebauung der Nehrung - eines strategisch wichtigen Gebietes – in heute historischen Quellen zu erfassen. Zu diesem Zweck wurden mehrere Burgen des Ordens auf der Kurischen Nehrung errichtet, die wichtigste war Rasytė (Rossitten, heute Ribachi) - erstmals 1372 erwähnt. Sie stand dort bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Die Kurische Nehrung war damals bereits ein wichtiges Bindeglied zwischen Marienburg und Riga. Um die kommunikative Funktion zu gewährleisten, wurden hier die Tavernen eingerichtet, aus denen später Siedlungen entstanden sind. In der Zeit, als die Kurische Nehrung dem Deutschen Orden angegliedert wurde, bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, werden die Ortsnamen erwähnt, die mit der Siedlungsbildung zusammenhängen: Šarkuva (Sarkau), Kuncai (Kunzen), Rasytė (Rossitten), Pilkopa (Pillkopen), Nida (Nidden), Karvaičiai (Karwaiten), Nagliai (Negeln), Juodkrantė (Schwarzort), Smiltynė (Sandkrug).
Der Anfang des XVI. Jahrhunderts war eine Zeit bedeutender Veränderungen: der Ordens-Staat brach zusammen, und an seiner Stelle erschien das weltliche Fürstentum Preußen, dessen integraler Bestandteil die Kurische Nehrung war. Die Reform hat der Region den Respekt für die Muttersprache gebracht, und das heißt, dass ab dann bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in den Kirchen auch die litauische Sprache genutzt wurde. Das neu angenommene Luthertum und die durch die schwierige, täglichen Entbehrungen gekennzeichnete Existenz der Bewohner bildeten die geistige Welt der Leute der Kurischen Nehrung, ihre moralischen Einstellungen, die Bewertung vor Ehrlichkeit, harter Arbeit und Ordnung. Darüber hinaus, am Schnittpunkt des 15. und 16. Jahrhunderts ließen sich die Kuronier in der Kurischen Nehrung nieder, die Lettisch sprachen und bis zum Zweiten Weltkrieg der repräsentativste Vertreter der hiesigen Ethnie waren. Es waren Fischer, die die Kurische Lagune mit Segelbooten besonderer Bauart – Kurenkahnen – besetzt haben, die mit Kurenwimpel geschmückt wurden. Die armselige Existenz zwang die Kuronier, Krähen zu fangen und sie als Nahrung zu verwenden, und sie hat zum asketischen Stil ihrer Häuser und ihrer Kleidung geführt.
Nida ist ein beliebter Sommerhafen für Prominente
Ende des 19. Jahrhunderts wurde Nida durch die deutschen Expressionisten, die die Nida-Künstlerkolonie gründeten (Max Pechstein, Lovis Corinth, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Mollenhauer, usw.) und die Sommerzeit hier verbrachten, berühmt. Das Hermann Blode Hotel, eines der ältesten in Nida, 1867 erbaut, wurde zur „Residenz“ der Künstler. Während des halben Jahrhunderts, als die Künstlerkolonie florierte, besuchten nicht nur viele Künstler, sondern auch viele Schriftsteller das Hermann Blode Hotel - Hermann Sudermann, Ernst Wiechert, Agnes Miegel, Fritz Kudnig, der Psychotherapeut Sigmund Freud und andere. Zu den Gästen dieses Hotels gehörte der Nobelpreisträger Thomas Mann, der am 24. August 1929 zum ersten Mal in Nida ankam und in dem Hermann Blode Hotel einige unvergessliche Tage verbrachte. Er verliebte sich in die Aura der Natur der Kurischen Nehrung und des Fischerdorfs Nida und beschloss, eine Sommerresidenz hier zu bauen, in der er drei Sommer verbrachte (1930-1932) und einen Teil der Tetralogie „Joseph und seine Brüder“ schrieb.
Das Kurhausgeschäft in der Kurischen Nehrung florierte seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Von Anfang an wurde es eine wirtschaftliche Alternative zum traditionellen Fischen. Darüber hinaus hat das Wachstum der Resorts auch zu architektonischen Innovationen geführt: neben den alten Fischerhäusern, deren Dächer mit Holzschnitzlerei verziert und von blauer Farbe dominiert werden, wurden kleine, oftmals gemauerte Villen, großen Hotels, deren Namen der lokalen ethnischen Tradition Rechnung tragen („Kuršių kiemas“ – „Kurischer Hof“, „Kuršių briedis“ – „Kurischer Elch“), gebaut.
Geographische und politische Situation nach 1923
Im Jahr 1923 wurde die Kurische Nehrung zum ersten Mal seit 700 Jahren durch eine Staatsmauer zertrennt: der Abschnitt von Nida bis Smiltynė wurde Teil der Republik Litauen im autonomen Gebiet Klaipėda (Memel). Das ergab keine großen Veränderungen im Leben der Bewohner der Kurischen Nehrung, obwohl ein Teil von ihnen zu Deutschland gehörte und ein Teil die litauischen Bürger blieben. Das Ressortgeschäft, das pro Saison bis zu 10.000 Urlauber anzieht, florierte weiter. 1939 wurde der zu Litauen gehörende Teil der Kurischen Nehrung – wie auch die gesamte Region Klaipėda - wieder an Deutschland angeschlossen, aber dieses Ereignis und selbst der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges störten nicht das übliche Leben des Gebietes. Der Sommer 1944 wurde jedoch zu einem entscheidenden Faktor für die Kurische Nehrung: als sich die Front näherte, mussten alle Einheimischen in die Tiefen Deutschlands fliehen, und die meisten kehrten nicht mehr zurück. Plötzlich unterbrach das Schicksal und der unsägliche Krieg die langjährige kulturelle Tradition der Kurischen Nehrung, die deutsche, kurische, litauische Sprachen und Sitten praktizierte. Nach 700 Jahren drehte sich das Rad der Geschichte anders und es begann eine ganz neue Lebensart, eine neue Facette im kulturellen Flickenteppich wurde hinzugefügt, welche neue Erfahrungen in das historische Gedächtnis des Landes eingewebt hat.
Seit der Nachkriegszeit bis heute
Im Jahr 1944, als sich die Front näherte, flohen die meisten Menschen im Sommer nach Deutschland. Bis Anfang 1945 verließen praktisch alle Anwohner die Kurische Nehrung und die neuen Zivilisten siedelten an, die hauptsächlich aus Zentralrussland kamen.
Die Nachkriegszeit der Kurischen Nehrung bedeutete eine schlechte Verbindung zum Festland, schlechte Straßen oder deren Abwesenheit, zerstörtes und beinahe vernichtetes Land. Bis zur Gründung der Stadt waren nur die Kreise Preila und Juodkrantė bekannt.
Am 15. November 1961 wurde der Befehl des Präsidiums des Obersten Rates der Litauischen SSR zur „Vernichtung der Sommerresidenzen der Stadt Nida, Preila, Juodkrantė und die Bildung der republikanischen Stadt Neringa“ herausgegeben. Die Besorgnis des ersten Bürgermeisters bestand darin, Neringa mit Strom und Telefonleitungen zu versorgen und die Straße Nida - Smiltynė zu rekonstruieren. Diese Zeit gilt als der Beginn von Neringa als Resort. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Grenzregime gewidmet, der Einrichtung einer Rettungsstation.
1966 trat der Status eines besonderen Landschaftsreservats in Kraft, das tatsächlich dem Status eines Nationalparks entsprach.
1970: Die Sekundarschule nahm ihre Arbeit auf.
1973: Die Musikschule wurde gegründet.
1972: In Juodkrantė wurde eine Kantine und ein Einkaufszentrum errichtet. Ein Anbau an das Nida Gymnasium, ein Sportsaal des Gymnasiums wurde gebaut.
1976: Der staatliche Wald-Park wurde gegründet.
1979: In Nida wurde der Komplex Kinder-Jugend-Sportschule der Stadt Neringa SSD „Žalgiris“ errichtet. Bereits vor der Gründung einer Sportschule waren die Nida-Segler in Litauen und in der ehemaligen UdSSR berühmt.
1988: Nida- und Juodkrantė-Kirchen werden den evangelisch-lutherischen Gemeinden zurückgegeben.
1988: Im September wurde in Neringa „Sąjūdis“ (die Erneuerungsbewegung Litauens) gegründet.
1991: Der Nationalpark der Kurischen Nehrung wurde auf Beschluss des Obersten Rates der Republik Litauen gegründet.
2001: Der größte Infrastrukturbau in Litauen - der Kai von Juodkrantė - wurde registriert.
Eine Sage über Neringa
Auf einer Ostseeinsel befand sich lange Zeit eine Burg mit jahrhundertealten Eichen. Stark, groß, mit Windfahnen, die hoch in der Sonne wehten. Die Burg von Laima, der Tempel der Göttin was das. Diese Burg hat Menschen zu Erfolg und Misserfolg geführt. So haben die Örtlichen diese Göttin verehrt, das ewige Feuer wurde für die Göttin angezündet und von Frauen gepflegt, die Bewohner, die in der Bucht lebten, brachten Opfer dar. Karvaitis, ein starker Mann, hat früher die Burg gepflegt. Die Menschen haben ihn nur „den Großen“ genannt, weil er die Heimat vor ihren Feinden tapfer verteidigte.
Eines Jahres, als die Ernte enorm war, als Männer jeden Tag erfolgreich jagten und Fangnetze voller Fische waren, bekamen Karvaitis und seine Frau eine Tochter. Die Eltern freuten sich, es war eine Tochter, die zart wie frische Milch war und sie konnten nicht aufhören, sich an ihr zu erfreuen. Sie war schön und intelligent und hatte ein gutes Herz. „Offenbar hat die Göttin Laima das Mädchen berührt“, dachten die Eltern.
Sobald die Eltern ihrem einzigen Kind den Namen Neringa gaben, wurde das Mädchen immer größer. Als es nur neun Monate alt war, war es schon ein hübsches erwachsenes Mädchen, mit gelben Zöpfen, die zwei Ellen lang waren. Da haben sich die Eltern beeilt, ihr einen Palast zu bauen. Keinen einfachen, aber einen Palast, wo nur die Kinder der Riesen leben. Das Mädchen lächelte glücklich achtzehn Frühlinge hindurch, wo es auch immer entlangging, egal was es getan hat, hat es brachte allen Menschen Glück. Siehe, der Sturm fängt einen einsamen Kurenkahn mit Fischern, versucht ihn zu versenken und Neringa greift das Schiff am Bug und bringt es sicher ans Ufer. Bleibt ein Reisender oder eine Postkutsche im Sand stecken - das Mädchen zieht sie auf einen besseren Weg. Die Berühmtheit der Schönheit von Neringa, ihrer guten Werke breiteten sich im ganzen Land aus. Viele junge Ehrenmänner wünschten sie sich zur Frau, aber Neringa sagte, dass sie nur denjenigen heiraten würde, der einen Stein über die Lagune bis zur Burg von Ventė werfen kann.
Viele tapfere kräftige junge Männer haben dafür gekämpft, aber vergeblich. Niemand hatte solche Kräfte. Und einmal ist selbst der Herrscher der Burg Ventė gekommen, um um ihre Hand anzuhalten. Als er Neringa direkt in die Augen sah, nahm er einen Stein in die Hand, warf ihn dorthin, wo man es ihm befahl, und wurde zu ihrem Verlobten. Dann war der Gott Bangpūtys wütend, dass Neringa ohne seinen Willen einen Bräutigam auserwählt hat. Es gab einen schrecklichen Sturm. Das Meer mischte sich mit dem Himmel. Dreizehn Tage und Nächte war das Meer stürmisch. Das Wasser und die Wellen peitschten die Befestigung der Burg Ventė, Fischerboote wurden täglich versenkt. Als Neringa ein solches Unglück sah, nahm sie eine volle Schürze von Sand auf, stieg in das verrückte gewordene Meer und goß einen riesigen Sandweg. Das Meer wurde somit von der Lagune getrennt. Mit einem Mal beruhigte sich das Meer ruhig, das junge Paar feierte ausgelassen Hochzeit, ihnen wurden viele riesige Kinder geschenkt und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das ist die Geschichte von Neringa.
Feliksas Macinkas. “Lietuva: Juodkrantė, Raganų kalnas. Pasakos ir padavimai”, Druckerei „Tautodailė“, 1994